Küchen-Gewürze aus aller Welt: LAVENDEL

lavendelblueten30Eigentlich ist der Lavendel in deutschen Gärten gar nicht so selten anzutreffen. In das Essen wandert er jedoch häufig nur über den Umweg von Gewürzmischungen wie die Herbes de Provence – die Pflanze schmeckt nämlich nicht nur sehr gut, sondern blüht auch noch wunderschön und wird deshalb meist als ästhetischer Gartenschmuck und Zierpflanze ge- und kulinarisch dafür unterschätzt. Dazu beigetragen hat sicher auch sein intensiver und angenehmer Geruch. Dieser ist dafür verantwortlich, dass heute ein großer Teil der Ernte sein Schicksal nicht im Kochtopf beschließt, wo sie unserer Meinung nach selbstverständlich eigentlich hingehört. Stattdessen wird der aromatische und vielseitige Lavendel zu Öl verarbeitet und findet in den Flacons der Parfümindustrie ein zwar rühmliches, aber eben auch nur oberflächliches Ende.

Botanische Merkmale und Inhaltstoffe:

Auch Lavendel gehört wie Minze oder Basilikum in die Familie der Lamiaceae bzw. Labiatae oder auf Deutsch der Lippenblütler – neben den Doldenblütler die wohl größte Familie von Heil- und Gewürzpflanzen. Er ist leicht an seinem strauchförmigen Wuchs, den charakteristischen dicken, länglichen und an beiden Enden spitz zulaufenden Blättern, seinen Blüten und natürlich an seinem intensiven Geruch zu erkennen. Dieser wird von einer Vielzahl unterschiedlicher ätherischer Öle hervorgerufen, zu denen sich weitere Stoffe wie etwa Campher oder Cineol gesellen. In dem Blütennektar findet sich darüber hinaus ein ungewöhnlicher hoher Zuckergehalt von bis zu 50 %, weshalb sich auch Imker und ihre Bienenvölker für den Lavendel begeistern.

Namen, Herkunft und Geschichte:

Der erste Lavendel wuchs an den trockenen und warmen Hängen des westlichen und nördlichen Mittelmeerraumes von Südfrankreich, Italien und Griechenland. Die Römer haben der Pflanze auch zu ihren deutschen Namen verholfen: Lavendel kommt von dem lateinischen lavare oder waschen und bezeichnet eine der damals ebenfalls heutigen Verwendungsmöglichkeiten. Als Zusatz zu Seife und Badeessenz sorgt die Pflanze für einen angenehmen Geruch und reinigt zusätzlich durch seine ätherischen Öle. Über die Alpen gelangte er dann im Gepäck von Benediktinermönchen, die ihn in ihren Klostergärten kultivierten. Seine Herkunft ist auch dafür verantwortlich, dass der Name Lavendel selbst in uralischen Sprachfamilien wie Estnisch oder Finnisch oder in Turksprachen sind die Abweichungen mit Laventeli und Lavânta nur sehr gering.

Geschmack und Verwendung:

Lavendel hat einen sehr intensiven und würzigen Geschmack, der dazu führt, dass in viele Köche nur zu sehr kräftigen und robusten Gerichten empfehlen. Eigentlich vollkommen zu Unrecht, denn auch viele Süßspeisen wie etwa Marmelade oder Pudding lassen sich mit einer kleinen Prise sehr angenehm aromatisieren. Herausgefunden haben das unter anderem auch einige Eismanufakturen, die in den letzten Jahren durch ihre – im wahrsten Sinne des Wortes – Mundpropaganda diese Note des Lavendels dankenswerterweise wieder populär gemacht haben. Sehr gut verträgt sich das Gewürz auch mit intensiven schmeckenden Käse oder Knoblauch. So kann beispielsweise auch Aioli durch eine sorgfältig abgemessene Beigabe von Lavendel um eine sehr interessante und wohlschmeckende Note bereichert werden.

Wissenswertes:

  • Lavendel als Duftkissen oder alkoholische Tinktur ist ein wohlriechender und zugleich sehr effektiver Schutz vor geflügelten Plagegeistern wie Mücken, anderen Insekten und sogar Mäusen
  • Der Heilpflanze des Jahres 2008 werden auch beruhigende und antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben
  • Wegen des Klimas hat sich die Ernte in der südfranzösischen Provence, den Hauptanbaugebiet, in den Jahren 2002 bis 2012 fast halbiert
  • Auch Königin Marie Antoinette wird eine Schwäche für Lavendel nachgesagt und hat mit ihm ihre Gemächer dekoriert
  • Bereits die alten Ägypter benutzten den Lavendel und setzten ihn unter anderem für die Balsamierung ein
  • Wegen seiner festen Struktur und des hohen Gehalts an ätherischen Ölen dauert es ungefähr drei Wochen, einen Lavendelzweig zu trocknen

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